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Die Bänder stehen still: Fehlende Microchips bereiten der Autoindustrie Probleme

Die Autobranche kämpft aktuell herstellerübergreifend mit starken Lieferverzögerungen. Grund dafür sind Halbleiterchips, die in der Produktion fehlen. Vielerorts wurde Kurzarbeit angemeldet. Das Problem könnte sich noch ins nächste Jahr hinziehen und hat auch Folgen für das Auto-Abo.

[Dieser Artikel wurde aktualisiert. Das Update findet ihr am Ende des Artikels]

Lesedauer: 2 Minuten

Kölner Ford-Werke stehen am Jubiläum still

Es ist schon etwas ironisch, dass die Bänder der Kölner Ford-Werke ausgerechnet 90 Jahre nach dem ersten in Deutschland hergestellten Ford pünktlich zum Jubiläum stillstehen. Am 4. Mai 1931 - lief in der Domstadt das erste in Deutschland gebaute Ford-Modell vom Band. Doch von Feierstimmung wird man in Köln-Niehl gerade wenig bemerken. Rund 5.000 der 15.000 Mitarbeiter*innen mussten in Kurzarbeit geschickt werden. Grund: Fehlende Microchips.

"Die ausgefallene Produktion werden wir bestmöglich aufholen", erklärte ein Ford-Sprecher. "Wir arbeiten daran, die Situation schnellstmöglich zu verbessern." Doch ob man dieses Versprechen wird halten können, ist unklar. Denn die fehlenden High-Tech-Komponenten lassen sich gerade nur schwer auftreiben. Und Ford ist bei weitem nicht das einzige Unternehmen mit diesem Problem.

Fehlende Halbleiter-Microchips bereiten Autoindustrie Probleme

Ohne die kleinen elektronischen Bauteile geht in der heutigen Automobilfertigung nichts. Entsprechend hoch ist die Nachfrage. Doch nicht nur Autos sind hungrig nach Silizium, auch wenn dieser Appetit aufgrund der wachsenden E-Mobilität gerade deutlich wächst. Tatsächlich macht die Autoindustrie zurzeit lediglich ein Zehntel des Marktes aus.

Auch andere Branchen hungern längst nach Halbleitern. Da wären zum einen die sogenannten consumer electronics (Smartphones, Spielekonsolen, Grafikkarten etc.) und zum anderen die power electronics, die beispielsweise für Windräder oder Solaranlagen benötigt werden. Doch auch die immer beliebtere Digital- oder Kryptowährung kommt bei dem sogenannten Cryptomining nicht ohne Siliziumchips aus. Diese Nachfrage kann man nicht über Nacht stillen. Der Bau von neuen Chipfabriken ist hoch kompliziert und obwohl diverse neue Produktionsstätten bereits im Bau sind, wird es noch eine Weile dauern, bis sie in Betrieb gehen können.

Weitere Gründe: Pandemie, Unwetter und Missmanagement

Der global wachsende Bedarf ist jedoch nur einer der Gründe, die zur aktuellen Knappheit führen. Die Pandemie und Naturkatastrophen sind ebenfalls gewichtige Faktoren. Während Corona Lieferketten massiv störte und der Transport des Siliziums zu den Chip-Fabriken sich besonders schwierig gestaltete, machte eine Dürre in Taiwan dem Chip-Hersteller TSMC Probleme. In Amerika behinderten indes massive Schneefälle die Arbeit von NXP.

Die Autoindustrie hat das Problem für sich sogar noch weiter verschärft. Zu Beginn der Pandemie stornierte man aus Angst vor einbrechenden Absätzen zahlreiche Bestellungen. Doch der befürchtete Absturz kam nicht – die Nachfrage blieb höher als befürchtet. Nun muss die Branche auf wieder frei gewordene Chip-Kapazitäten warten.

Keine schnelle Entspannung in Sicht

Hier hätten sich mehrere Ereignisse überlagert, erklärt Falk Meissner von der Unternehmensberatung Roland Berger. Einer Studie des Unternehmens zufolge soll die Knappheit an Chips noch bis ins das Jahr 2022 hinein reichen. Auch der Volkswagen Konzern sieht erst mal keine Entspannung: "Von Zulieferern und auch aus der Volkswagen-Gruppe selbst heraus wird uns gesagt, dass wir im zweiten Quartal vor erheblichen Herausforderungen stehen, wahrscheinlich noch herausfordernder als im ersten Quartal", erklärte Seat-Chef Wayne Griffiths. Das Unternehmen hatte bereits davon gesprochen, dass im ersten Quartal rund 100.000 Fahrzeuge wegen fehlender Chips nicht wie geplant hätten produziert werden können - und das sei im Jahresverlauf wohl auch nicht mehr wettzumachen.

Aktuell führt die Chipkrise zu längeren Wartezeiten in allen Bereichen, die mit Neuwagen zu tun haben. Auch Auto-Abo-Anbieter wie like2drive sind davon betroffen.

[Update 17.06.2021] Erneut Arbeitsausfall im VW-Stammwerk wegen fehlender Halbleiter

Aufgrund andauernder Lieferengpässe bei den Halbleiter-Bauteilen sollen in Teilen des Volkswagen-Stammwerks in Wolfsburg die Bänder nächste Woche erneut still stehen. Laut Informationen der DPA kündigte der Konzern für den 21. bis 25. Juni eine umfassende Kurzarbeit an. Betroffen seien in erster Linie Montage, Larosseriebau, Lackiererei sowie die Wagenfertigstellung. 

Grund seien Versorgungsengpässe und damit verbundene unkontrollierbare Störungen der Lieferbeziehungen aus direkt oder indirekt von dem Coronavirus betroffenen Ländern und Regionen.

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