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Fahrsicherheitstraining beim ADAC: Pkw, Motorrad, Wohnmobil, Wohnwagen und Kleintransporter

Ein Fahrsicherheitstraining für Autos und Motorräder bringt auch erfahrene Fahrerinnen und Fahrer in völlig neue Situationen und bereitet sie auf Eventualitäten vor, die man im Alltag gerne ausblendet. Gerade im Winter wird es auf der Straße oft brenzlig. Auf diese Realität wird man in der Fahrschule oftmals nur rudimentär vorbereitet. Wenn überhaupt. Dabei ist die Wirkung von Sicherheitstrainings für Fahrzeuge statistisch klar erwiesen und führt zu einer signifikanten Verringerung von Unfällen. Wir geben euch einen Überblick über die Fahrsicherheits-Angebote des hierzulande bekanntesten Anbieters ADAC.

Fahrsicherheitstraining ADAC: Der Platzhirsch in Deutschland

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V., kurz ADAC, ist hierzulande der bekannteste Anbieter für Fahrsicherheitstrainings. Der berühmte Verein bietet verschiedene, teils aufeinander aufbauende Lehrgänge für die unterschiedlichsten Fahrzeugtypen an. Es gibt Trainings für Pkw, Motorräder, Kleintransporter oder Wohnwagen. Es bestehen auch spezielle Angebote für Firmenkunden. Dabei ist der Club in der ganzen Republik aktiv. Für jeden Lehrgang gibt es diverse Standorte, an denen diese absolviert werden können. So wird beispielsweise das Pkw-Basis-Training bundesweit an 28 Standorten angeboten, verteilt über sämtliche Postleitzahlen.

Eine Bezuschussung aller Lehrgänge (Ausnahme ist der BMW Motorrad RIDE FIRST Kurs) durch eine Berufsgenossenschaft (BG) ist durch das DVR-Gütesiegel des Trainings möglich.

ADAC Fahrsicherheitstrainings für den Pkw

Erwartungsgemäß gibt es für den Pkw die meisten Angebote in Sachen Fahrsicherheitstraining. Das Angebot des ADAC richtet sich dabei sowohl an Fahranfänger*innen als auch Fortgeschrittene und ist zum Teil auch modular aufgebaut.

Für die Fahranfänger*innen: ADAC Pkw-Junge-Fahrer-Training

Das Training ist auf Führerscheinneulinge zwischen 17 und 25 Jahren ausgelegt und soll ihnen einen unterhaltsamen und einfachen Zugang zur Vorbereitung auf ernste Situationen im Straßenverkehr ermöglichen. Entsprechend ist ein Großteil des Kurses speziell auf diese Altersgruppe angepasst. Hier werden Vollbremsungen durchgeführt oder Schleudern und Gegenlenken geübt. Es wird speziell auf die Bremsung auf glatten oder griffigen Straßen im Winter eingegangen, aber auch Grundlagen wie richtiges Sitzen, Blinken und Lenken. Es werden unerwartet auftauchende Hindernisse simuliert und die Entscheidung zwischen Ausweichen, Bremsen sowie das richtige Verhalten in der Kurve, Multitasking oder die Funktionsweise von ESP, ABS etc. gelehrt.
Das Ganze findet in einer kontrollierten Umgebung und unter Aufsicht von Expert*innen statt.

Das Sicherheitstraining für junge Fahrer*innen dauert rund acht Stunden und setzt einen gültigen Führerschein voraus. Die Kursgebühr variiert je nach Standort, liegt in der Regel aber zwischen 130 und 150 Euro.

Für Interessierte mit einem vollen Terminkalender: ADAC Pkw-Kompakt-Training

Nicht zu hetzen ist vermutlich eine Grundvoraussetzung für gute Autofahrer*innen. Wer jedoch keinen kompletten Tag für ein Fahrsicherheitstraining einplanen möchte, kann auf diese Kompaktversion zugreifen. In rund 4,5 Stunden lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer essenzielle Theorie zur Technik ihrer Autos, der Fahrphysik und den Fahrassistenzsystemen. In der Praxis wird das richtige Bremsen, Verhalten in Kurven, die Rolle von Stress und Ablenkung beim Reaktionsvermögen mithilfe von automatischen Geschwindigkeitsmessanlagen gelehrt. Im Abschluss findet ein resümierendes Gespräch statt.

Auch zur Auffrischung des eigenen Wissens eignet sich dieser Kompaktkurs hervorragend.

Das Kompakttraining setzt einen gültigen Führerschein voraus. Die Kursgebühr variiert je nach Standort, liegt in der Regel aber zwischen 130 und 150 Euro.

Der Klassiker: ADAC Pkw-Basis-Training

Wer sich ohne besonderes Vorwissen zum ersten Mal und ausführlich dem Thema Fahrsicherheit widmen möchte, ist in diesem Basiskurs genau richtig. Plant hierfür einen kompletten Tag ein, denn es stehen viele Themen auf dem Programm. Ihr bekommt die Möglichkeit, die Grenzen eures Autos in diversen Situationen unter der Anleitung von Fachleuten sicher auszuprobieren und lernt die richtigen Techniken für kritische Situationen. Auch das richtige Bremsen, die "Fliehkräfte" in Kurven und Kreisbahnen, die richtige Sitzposition sowie Lenk- und Blicktechnik stehen auf dem ausführlichen Programm. Zuletzt gibt es ausführliche Informationen zu den Fahrassistenzsystemen eures Fahrzeuges.

Das Basistraining für den Pkw dauert acht Stunden und setzt einen gültigen Führerschein voraus. Die Kursgebühr variiert je nach Standort, liegt in der Regel aber zwischen 130 und 150 Euro.

Viel hilft viel: ADAC Pkw-Intensiv-Training

Wer viel fährt, gerät automatisch öfter in Gefahrensituationen. Um den Vielfahrer*innen unter euch gerecht zu werden, sind die Übungen im Vergleich zum Basiskurs komplizierter. Auch werden eure Aufmerksamkeit und Stressresistenz so richtig auf die Probe gestellt. So wird ein Ausbruch eures Autos auf einer hydraulischen Dynamikplatte simuliert, während aufschießende Wassersäulen plötzlich auftretende Hindernisse simulieren. Ansonsten ähnelt dieses anspruchsvolle Fahrsicherheitstraining inhaltlich dem Basiskurs.

Das PKW-Intensiv-Training dauert acht Stunden und setzt einen gültigen Führerschein voraus. Die Kursgebühr variiert je nach Standort, liegt in der Regel aber zwischen 175 und 185 Euro.

Die Königsdisziplin: ADAC Pkw-Perfektions-Training

Das vermutlich intensivste Fahrsicherheitstraining für Zivilist*innen. Hier können Interessierte teilnehmen, die bereits erfolgreich das ganztägige Pkw-Training hinter sich gebracht haben. Nun geht es um die Perfektionierung des Gelernten. Der ADAC zieht hierbei alle Register: hydraulische Dynamikplatten, computergesteuerte Wasserfontäne, eine Aquaplaning-Strecke, Steigungs- und Gefällestrecke, Kurvenstrecke, Spurenwechsel mit bis zu 80 km/h auf einer Dynamikfläche und weitere Herausforderungen machen dieses Expert*innen-Training zu einem garantiert unvergesslichen Erlebnis.

Das Pkw-Perfektions-Training dauert acht Stunden und setzt einen gültigen Führerschein sowie ein ADAC Pkw-Intensiv-Training, das nicht länger als zwei oder drei Jahre zurückliegt, voraus. Die Kursgebühr variiert je nach Standort, liegt in der Regel aber zwischen 200 und 260 Euro.

ADAC Fahrsicherheitstraining für das Motorrad

 

Das Tötungsrisiko auf einem Motorrad liegt vier Mal höher als bei einem Autounfall. Das liegt zum einen an dem im Vergleich zum Pkw verminderten Schutz der Fahrer*innen, oft genug aber auch an fehlender Erfahrung im Umgang mit dem Motorrad oder eine zu riskante Fahrweise. Entsprechend ist ein Fahrsicherheitstraining für Motorradfahrer*innen besonders stark zu empfehlen.

Das Motorrad kennenlernen ohne Führerschein: BMW Motorrad RIDE FIRST (powered by ADAC)

Dieser Kurs in Zusammenarbeit mit BMW Motorrad ist an sich kein Sicherheitstraining, ermöglicht es aber Interessierten ohne Führerschein in einer sicheren Umgebung die ersten Erfahrungen mit einem Motorrad zu machen.

Für den dreistündigen Kurs werden euch ein Gefährt und die passende Kleidung zur Verfügung gestellt. Auf dem Programm stehen die Ergonomie des Motorrads, die richtige Sitzposition und passende Übungen für die richtige Balance. Ihr übt das Auf- und Absteigen und Schieben, das richtige Starten und die Betätigung der Kupplung, Anfahren, Anhalten und weitere Grundlagen. Der Kennenlern-Kurs kostet 179 Euro.

Der Klassiker für Zweiräder: ADAC Motorrad-Basis-Training

Lernt euer Gefährt besser kennen! Motorräder sind deutlich schwieriger zu handhaben als ein Pkw, während man sich am Steuer gleichzeitig einer deutlich höheren Gefahr aussetzt. Im Basis-Training verfeinert ihr euer Balancegefühl, lernt richtiges Sitzen, Blicken sowie Lenken und erarbeitet Schräglage-Reserven. Der theoretische Teil gibt euch Handlungsmuster mit auf den Weg, um in schwierigen Situationen und Manövern angemessen zu reagieren. Auch die Funktionsweise von ABS & Co wird anschaulich erklärt. Das Training eignet sich ebenfalls für alle, die schon länger nicht mehr gefahren sind und sich wieder sicher herantasten möchten.

Das Motorrad-Basis-Training dauert acht Stunden und setzt einen gültigen Führerschein sowie ein eigenes Motorrad samt passender Kleidung voraus. Die Kursgebühr variiert je nach Standort, liegt in der Regel aber bei rund 130 Euro.

Für alte Hasen: ADAC Motorrad-Intensiv-Training

Wer mit den Grundlagen seines Bikes bereits gut vertraut ist und sein Können weiter ausbauen möchte, ist bei diesem Intensivtraining gut aufgehoben. Der Kurs hilft beim Aufbau von Selbstvertrauen und einer realistischen Einschätzung des eigenen Könnens. Das Programm besteht aus der Verfeinerung des Balancegefühls und der Schräglage-Reserven, der richtigen Lenktechnik und diversen Übungen in Geschwindigkeit bis zu 70 km/h auf gesonderten Dynamikflächen. Im Theorie-Teil wird auf die Unterschiede der Vorder- und Hinterradbremse eingegangen, verschiedene Tipps und Tricks zum Fahrzeughandling vorgestellt und Handlungsmuster zur optimalen Reaktion auf unvorhergesehene Dinge im Straßenverkehr vermittelt.

Das Motorrad-Intensiv-Training dauert acht Stunden und setzt einen gültigen Führerschein sowie ein eigenes Motorrad samt passender Kleidung voraus. Die Kursgebühr variiert je nach Standort, liegt in der Regel aber zwischen 130 und 190 Euro.

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Die Spezialisierung: ADAC Motorrad-Kurven-Training

Strecken mit zahlreichen Kurven und Serpentinen kennen die meisten Motorrad-Fans vor allem von längeren Ausflügen oder gar Motorradreisen. In diesem Kurs stehen Kontrolle und saubere Kurventechnik im Mittelpunkt. Verschiedene Kurvenstile für verschiedene Fahrmanöver, Ausweichtechniken und Kurvenkombinationen werden sowohl in der Theorie als auch in der Praxis behandelt.

Das Motorrad-Kurven-Training dauert 4 Stunden und setzt einen gültigen Führerschein sowie ein eigenes Motorrad samt passender Kleidung voraus. Die Kursgebühr variiert je nach Standort, liegt in der Regel aber zwischen 120 und 180 Euro.

Für alle, die es größer mögen: ADAC Kleintransporter-Training

Ein Kleintransporter ist zwar nicht mit einem Lkw zu vergleichen, weist aber auch deutliche Unterschiede zu einem regulären Pkw auf. So müssen Fahrer*innen mit einer begrenzteren Sicht zurechtkommen, tote Winkel beachten, andere Fahrzeugabmessungen verinnerlichen sowie die verstärkte Rolle von Seitenwind auf dem Schirm haben. Die Fahrweise eines Kleintransporters kann sich auch durch seine Beladung signifikant verändern, da der Wagen mehr Platz für Transportgut bietet. Das ADAC-Training geht auf Transporter bis 3,5 t ein. Dabei lernt ihr sicheres Verstauen der Ladung, Rangierübungen, das Rückwärtsfahren nach Spiegel, richtiges Bremsen, das Zusammenspiel von Geschwindigkeit und Fahrzeuggewicht sowie theoretische Informationen zu ABS, ESP, ASR etc.

Das Kleintransporter-Training dauert 8 Stunden und setzt einen gültigen Führerschein voraus. Die Kursgebühr variiert je nach Standort, liegt in der Regel aber zwischen 170 und 230 Euro.

Nicht nur für Senioren: ADAC Wohnmobil-Training

 

Ein Wohnmobil ist eine völlig eigenständige und einmalige Art, Urlaub zu machen. Wer damit unterwegs ist, muss sich jedoch im Vergleich zum Pkw auf sehr viele Veränderungen einstellen. Tatsächlich ist es eine vollkommen andere Welt. Die Größe des Fahrzeuges, seine vielen Sonderfunktionen und auch Sonderregeln müssen beachtet werden. Dieser ADAC-Kurs setzt genau hier an. Das richtige Rangieren, das Verwenden von Seitenspiegeln, richtiges Bremsen und Ausweichen, die korrekte Gewichtsverteilung und vieles mehr bilden den Kern dieses eintägigen Trainings. Sogar ein Slalomparcours steht auf dem Programm. Hiernach seid ihr bestens für euren Urlaub gewappnet!

Das Wohnmobil-Training dauert acht Stunden und setzt einen gültigen Führerschein sowie einen eigenen Wohnwagen voraus. Die Kursgebühr variiert je nach Standort, liegt in der Regel aber zwischen 155 und 220 Euro.

Der Anhänger für Expert*innen: ADAC Wohnwagen- & Caravan-Training

 

Wer schon mal mit einem Anhänger fahren musste, kennt den großen Unterschied. Gerade das Rangieren und Rückwärtsfahren ist im Vergleich zu einem Pkw ohne Anhänger eine recht komplizierte Angelegenheit, die geübt werden will. Noch schwieriger wird das Ganze mit einem Wohnanhänger bzw. einem sogenannten Caravan. Hierbei ist das Gewicht um ein Vielfaches höher und auch die Sichtverhältnisse ändern sich deutlich.

In diesem Kurs lernt ihr das richtige und gleichmäßige Beladen, Rückwärtsfahren und Rangieren mithilfe aller verfügbaren Spiegel, richtiges Bremsen auf unterschiedlichen Oberflächen, ein Slalomparcours, richtiges Ausweichen sowie das Einschätzen von Abmessungen. Der theoretische Teil geht auf die Fahrphysik und Fahrzeugtechnik ein.

Das ADAC Wohnwagen- & Caravan-Training dauert acht Stunden und setzt einen gültigen Führerschein sowie einen eigenen Anhänger/Caravan voraus. Die Kursgebühr variiert je nach Standort, liegt in der Regel aber zwischen 155 und 220 Euro. 

Zu einer Übersicht der unterschiedlichen Fahrsicherheitstrainings des ADAC geht es HIER.

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