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Interview: Gert Schaub, CEO der Fleetpool Group

Gert Schaub hat die Fleetpool Group, zu der die Marke like2drive gehört, 2008 gegründet. Aus dem damals vier Personen starken Team ist mittlerweile ein Unternehmen mit 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geworden, welches hierzulande sowohl Pionier als auch Marktführer im Bereich des Auto-Abonnements ist. Wir konnten es uns nicht nehmen lassen, den Visionär über die Mobilität der Zukunft zu befragen. Wie er die Elektromobilität einschätzt, was er von autofreien Innenstädten hält und wie er zu Innovatoren wie Tesla steht, erfahrt ihr in diesem spannenden Gespräch. 

like2drive: Die klassische Automobilität sieht sich aktuell mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Bei diversen Automobilherstellern standen dieses Jahr die Bänder wegen fehlender Mikrochips still. Wie beurteilst du diese Entwicklungen?

Gert Schaub: Man kann das aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Rein technisch gesehen sind es Produktionsengpässe, die es immer wieder mal gegeben hat. Diese waren jedoch eher auf einzelne Marken beschränkt und insofern ist es eine Sondersituation, weil es aktuell alle Hersteller massiv betrifft, was es in der Form so noch nicht gegeben hat. Natürlich spielt hier auch COVID eine Rolle, was zu einer ethischen Betrachtungsweise führt. Man kann es schließlich auch so sehen, dass wir aus ökologischen Erfordernissen heraus zu einem Umdenken gezwungen werden müssen.

like2drive: Eine Rolle spielen auch Elektroautos, deren Herstellung ganz besonders hungrig nach Silizium ist. Wie stehst du zur Elektromobilität im Allgemeinen?

Gert Schaub: Das Elektroauto ist nicht unumstritten. Es gibt viele Diskussionen über die tatsächliche CO2-Bilanz von E-Autos. Produktion und Recycling der Batterien verbrauchen viel Energie, viele andere Faktoren spielen über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeuges eine Rolle. Für uns und auch für so manchen Wissenschaftler ist es oftmals schwierig auszumachen, wie grün und nachhaltig eine solche Technologie tatsächlich ist. Wenn sich die Batterietechnik nicht deutlich weiterentwickelt und der Strommix mit einem viel zu hohen Braunkohle-Anteil so bleibt, wird es sich nur um eine Brückentechnologie handeln können. In vielen Einsatzbereichen kommt die heutige E-Mobilität zudem an Grenzen. Zum Beispiel beim Lkw-Betrieb, aber auch bei Flugzeugen, Booten etc. Es müssen also noch weitere Alternativen geschaffen werden.

Dass der Schritt Richtung Elektro gemacht wurde, finde ich dennoch richtig und gut. Wir dürfen mit den fossilen Brennstoffen nicht mehr so umgehen, wie es bisher gemacht wurde. Ich sehe das Ganze als eine Transformation. Der Startschuss wurde abgegeben – nun werden wir sehen, wo die Reise hingeht.

like2drive: Wohin wird die Brücke denn geschlagen? Wasserstoff?

Gert Schaub: Wasserstoff wird sich im Pkw nicht durchsetzen, aber es könnte der nächste Schritt im Lkw-Bereich sein. Ich glaube auch, dass die forschende Industrie da bereits andere Konzepte in der Schublade hat oder diese entwickelt.

like2drive: Länder wie Norwegen sind in Sachen E-Mobilität mittlerweile auf einem völlig anderen Level. Wie beurteilst du diesbezüglich Deutschlands Status sowohl aus Sicht der Autobauer als auch der Konsumenten selbst?

Gert Schaub: Die Verbraucherinnen und Verbraucher entwickeln in Deutschland aktuell ein sehr ausgeprägtes Umweltbewusstsein, was dazu führt, dass die Bereitschaft, den eigenen Beitrag zu leisten, stark wächst. Letztendlich kann es sich hierzulande aber nicht jeder leisten, diesem Bewusstsein auch nachzugehen. Viele Haushalte müssen am Ende des Monats schauen, was noch übrig bleibt. Da ist es gar nicht so einfach, auf diese Technologien einzugehen. Und neben den wirtschaftlichen Aspekten gibt es noch das Thema der Infrastruktur, die mit entscheidend für die Akzeptanz der Kundschaft ist. Ich fahre ebenfalls ein E-Auto und wohne in der Innenstadt. Ich kann nicht zuhause in der Tiefgarage laden und auch nicht in der Firma, denn an beiden Plätzen gibt es keine Ladesäule. Ich muss mich also umstellen und viel mehr organisieren.

Dabei haben wir in Deutschland eigentlich beste Voraussetzungen und Mittel. Das sieht in vielen Ländern anders aus. Und dann kommt noch hinzu, dass der Strom, oder E-Fuels, oder was auch immer die Alternative wäre, auch grün produziert werden muss. Für die Autobauer und insbesondere die Regierungen, welche die Rahmenbedingungen schaffen müssen, sind das enorme Herausforderungen. Insbesondere auch, weil die Transformation gelingen muss, ohne die wirtschaftliche Existenz zu gefährden.   

like2drive: Länder wie beispielsweise die Ukraine, zumindest in der Hauptstadt, sind längst weiter als wir. Man findet in Kiew auf jedem Supermarkt-Parkplatz eine Ladesäule.

Gert Schaub: Der deutsche Blick ist in der Tat etwas verblendet. Da gibt es reichlich Nationen und Städte, die fortschrittlicher und weiter sind als wir. Vor einer Weile war ich in den baltischen Staaten wie Estland und Lettland und stellte fest, dass sie in vielen Organisationsbereichen bereits fortschrittlicher sind als Deutschland.

like2drive: Wer gibt da den Ton vor – die deutsche Politik oder die Verbraucherinnen und Verbraucher?

Gert Schaub: Das ist eine Mischung aus vielen Aspekten. So ist in Deutschland das Thema Datenschutz besonders ausgeprägt, weshalb manche Technologien und die Digitalisierung davon gebremst werden. Aber wir sind da einfach deutlich empfindlicher, was aus meiner Sicht auch richtig ist. Das ewige „höher, schneller, weiter“ muss ja aber auch nicht sein. Ich mag es gerne, in einem einfachen Restaurant zu sitzen, warten, bis die Bedienung endlich kommt und am Ende bar bezahlen, weil Kartenzahlung nicht möglich ist. Es muss also nicht wie vielerorts bereits in Asien sein, wo die Bestellung am Tablet mit direkter Abbuchung erfolgt und dann das Essen von einem kleinen “R2D2“ gebracht wird. Tradition und Langsamkeit tut uns manchmal auch gut.

Digitalisierung hat aber auch Vorteile und Einfachheit ist entscheidend für den Durchbruch neuer Technologien wie z.B. der Elektromobilität. Bei Benzin und Diesel fährt man einfach zur Tankstelle und zahlt Bar oder mit Karte. Dabei spielt es keine Rolle, ob es Shell, Total oder Sonstiges ist. Bei Elektroautos ist es anders. Man braucht in den meisten Fällen die Karte des Anbieters. Hat man nicht die passende Karte, kann man nicht laden. Oder die Ladegeschwindigkeit ist zu niedrig oder der kW-Preis an die Parkdauer gekoppelt, etc. Tesla hat gezeigt, wie das geht. Ohne deren Einfachheit wäre der Durchbruch der E-Mobilität nicht gelungen.

like2drive: Aktuell sammelt auch Elon Musk von Tesla seine Erfahrungen mit der deutschen Bürokratie, während er eine Fabrik bei Berlin errichtet. Wie siehst du diesen Menschen, der ja ein Vorreiter der E-Mobilität ist?

Gert Schaub: Ich hatte bereits vor einigen Jahren meinen ersten Tesla. Zuerst denkt man, dass die ganzen Knöpfe fehlen, weil hier gespart werden soll. Dann merkt man, dass es um Einfachheit geht. Neben der Fahrzeugtechnologie ist das Thema Software und Ladeinfrastruktur ganzheitlich in das Gesamt-Produkt integriert. Solche radikal anderen Ansätze zu denken, zu realisieren und dann international auf die Straße zu bringen, das bedarf einem besonderen Charakter, den Musk offensichtlich hat. Aktuell fahre ich einen deutlich teureren E-Wagen eines deutschen Herstellers und bemerke die Unterschiede – einfach ist das nicht. Mit Shell arbeiten wir aber daran, die Kern-Kritik, also das Laden, auch für die Nutzerinnen und Nutzer von Nicht-Tesla Fahrzeugen einfach zu machen. Der Energiewandel kann schließlich auch nicht warten, bis jeder zuhause eine Wallbox hat.

Im Moment kann Tesla von diesem Vorsprung und einer gewissen „Sexyness“, mit der die Marke verbunden wird, leben. Wenn das Werk in Deutschland aufmacht, kommen neue Volumenthemen und Kostenstrukturen auf das Unternehmen zu. Zudem drängen die etablierten europäischen Herstellerfirmen nun ebenfalls in den E-Markt und bald auch noch viele neue Marken aus China. Das könnte Tesla dazu zwingen, sich nach und nach den klassischen Strukturen der Automobilindustrie anzupassen und dann wird auch Tesla den Vertrieb adaptieren müssen.

Tesla Model 3

Bild: Den Tesla Model 3 gibt es ebenfalls als like2drive Auto-Abo

like2drive: Musk wird sich also dem klassischen Vertriebsweg fügen müssen?

Gert Schaub: So sind nun mal die Mechanismen des Automobilgeschäfts. Es wird ein Produktionsvolumen geplant und dann auch produziert. Entwickelt sich der Markt negativ zur Planannahme, steht die Fabrik und Produktionsausfälle kosten Millionenbeträge am Tag. Aktuell können vielleicht einige Herstellerfirmen ihre Ausfälle teilweise über Kurzarbeitergeld ausgleichen und somit durch Staatshilfen, die eigentlich wegen der Corona-Krise gewährt werden. Wenn das aber nicht mehr gegeben ist und ein Modell sich nicht gemäß Plan verkauft, entsteht Vertriebsdruck. Dann gibt es zwei Alternativen: Das Werk stillstehen lassen, das produzierte Auto wieder einstanzen oder eben die Vertriebswege bzw. den Handel monetär stimulieren.

like2drive: Dabei war genau das ja der große Schock-Moment, als Tesla in den USA als erster Automobilhersteller die klassischen Autohäuser als Vertriebsweg ausgelassen hat.

Gert Schaub: Das ist richtig. Bei einem konventionellen Produkt, welches nicht so „sexy“ ist, hätte das vermutlich auch nicht funktioniert. Das Ganze lief so, weil es ein neues, attraktives und schlichtweg gut gemachtes Produkt war. Auch das Volumenniveau war ein anderes und es wurde auch viel Wagnis-Kapital reingepumpt, mit dem man sich solche Dinge dann auch überhaupt erst leisten kann.

Als wir damals unseren ersten Tesla abgeholt haben, war es in einer schäbigen Industriehalle. Für den Fahrzeugpreis erwartet die durchschnittliche Kundschaft eindeutig etwas anderes. Das nahm man nur hin, weil es ein Tesla war. Und das wird sich eben ändern. Bei unserem Auto-Abo war es auch so, dass die Fahrzeuge nicht in Glaspalästen und ohne Schickimicki ausgeliefert wurden. Dennoch haben die Kundinnen und Kunden das Produkt geliebt, weil es ihnen vormals ungekannte Flexibilität und Einfachheit ermöglichte. Im Unterschied zu Tesla gehen unsere Autos nach dem Abo zurück in den klassischen Handel und gehen dort in Vertriebswege mit klassischen Autohäusern.

Anfänge sind immer anders. Tesla zeigte jedenfalls nicht nur, dass E-Mobilität funktioniert, sondern auch, dass der Direktvertrieb funktioniert. Und wir werden in Zukunft mehr davon sehen, darauf muss sich die ganze Automobilbranche einstellen. Viele in der Branche sehen das kritisch und ich verstehe auch die Autohäuser, die Millionen in ihre Betriebe investieren. Aber es wird zunehmend Generationen und konsumierende Personen geben, die das einfach nicht mitgehen, die definitiv nicht mehr in ein Autohaus gehen und die ausschließlich digital, z.B. abends um 22.00 Uhr online, abschließen möchten.  

Bild: Gert Schaub, CEO der Fleetpool Group

like2drive: Die Automobilbranche wird sich auch auf eine veränderte Mobilitätsinfrastruktur innerhalb der Städte einstellen müssen. Vor einiger Zeit forderte die Bürgerinitiative „Berlin autofrei“ auf eine relativ radikale Art und Weise eine autofreie Innenstadt. Während man mit den krassen Forderungen gescheitert ist, sieht man an Städten wie Amsterdam, dass überwiegend autofreie Innenstädte durchaus machbar sind. Davon ist Deutschland noch ziemlich weit entfernt.

Gert Schaub: Da schlagen immer zwei Herzen in einem. Ich wohne seit 25 Jahren mitten in Köln. Wenn ich mir die Autos im Belgischen Viertel wegdenke, wäre das ein Traum. Man hätte mehr Platz für Kinder, Bars, Restaurants. Das ganze Leben würde sich mehr nach draußen verlagern.

Auf der anderen Seite wird es kompliziert, wenn man beispielsweise etwas Schweres nach Hause transportieren muss. Außerhalb parken, ein Vehikel für den Zwischenweg suchen – das erfordert viel Organisation. Wenn man viel unterwegs ist und dabei viel mitnehmen muss, wird es schnell umständlich. Die Umstellung muss schon so ablaufen, dass die betroffenen Gebiete lebenswert bleiben. Wenn es da funktionsfähige Systeme gibt, wird es auch mehr Unterstützung geben.

Aber auch hier werden wir wohl im Sinne der Umwelt gewohnte Pfade und Komfortzonen verlassen müssen. Belege dafür, dass es nötig ist, sehen wir aktuell in Städten wie z.B. Peking oder Shanghai, wo wegen dem durch Corona bedingten Verkehrsrückgang endlich wieder blauer Himmel zu sehen ist. Deutlicher kann es uns nicht gemacht werden! Eine massive Verbesserung der Luftqualität wurde nachgewiesen und wurde sogar per Satellitenaufnahme erkennbar, da müssen Veränderungen passieren! Jede/r Einzelne ist also gefordert, seinen Beitrag zu leisten. Heute!

like2drive: Wobei es ja bereits konkrete Lösungen für manche dieser Probleme gibt. So liefern diverse Anbieter schwere Getränkekisten direkt in die Wohnung. Rechnet man die vielen Ampeln und Staus ein, durch die man in einer Stadt wie Köln jeden Morgen durch muss, stellt sich schon die Frage, ob ein gut ausgebauter Nahverkehr nicht deutlich effizienter wäre. Auch werden die Städte immer voller und damit auch die Straßen. Von den Abgasen ganz zu schweigen.

Gert Schaub: Corona hat auch dazu geführt, dass der Trend zur Stadt nachlässt. Ich bekomme auch immer öfter mit, dass es Menschen auf das Land zieht. Diese Tendenz wurde durch Corona mit Möglichkeiten zum Homeoffice verstärkt. Das Bewusstsein hat sich also auch hier verändert. Wenn man schon die ganze Zeit zu Hause ist, möchte man auch mal raus.

Mit den Lieferdiensten für Zuhause wird für die Innenstadt nichts gewonnen, da sollen die Leute lieber mit dem Fahrrad in den Markt um die Ecke fahren. Ich denke, dass autofreie Innenstädte erst mit dem autonomen Fahren kommen werden. Und das wird wiederum zwei Stufen haben. Es wird zunächst autonome und klassische Strecken geben. Bis zur Autobahn fährt man selbst, danach kann man loslassen. Wenn es dann auch in den Innenstädten bestimmte Bahnen für den autonomen Verkehr gibt oder man das eigene Auto zu einer bestimmten Zeit herrufen kann, sehe ich eine Perspektive für neue Lebenskonzepte in der Stadt.

like2drive: Sorgt es nicht eher für mehr Verkehr? Wenn das eigene Auto erst eine Leerfahrt zurücklegen muss, um Fahrerin oder Fahrer zu Hause abzuholen und abends dann ebenfalls leer zu seinem Parkplatz zurückfährt?

Gert Schaub: Hier wird künstliche Intelligenz helfen. Es wird Lernmechanismen geben, die Rushhours vorausrechnen und die Kapazitäten entsprechend lenken. Außerdem fällt dann so etwas wie die Parkplatzsuche komplett weg. Ich denke, dass dadurch viel Effizienz möglich ist.

like2drive: Laut dem deutschen Philosophen Richard David Precht, der ja auch ein beliebter Gastredner in den Vorständen der Automobilindustrie ist, ist autonomes Fahren nicht mit unserem Grundgesetz zu vereinbaren. Seiner Meinung nach bedarf es der totalen Überwachung des Straßengeschehens, um diese Technologie zu realisieren. [HIER könnt ihr Prechts Überlegungen in voller Länge nachlesen, Anm. d. Red.]

Gert Schaub: Die totale Überwachung wird es in Deutschland glücklicherweise nicht geben.  Deswegen wird es sowohl autonome als auch klassische Verkehrswege geben müssen. Es wird Kreise geben, in denen nur autonome Autos fahren. Die kennen die anderen Verkehrsteilnehmer dann auch und beachten sie so wie heute z.B. eine Bahnlinie, vor der man ja auch Abstand hält. Und die Autos sind dann auch so gut, dass sie Menschen zu Fuß etc. erkennen können – vermutlich mit geringerer Unfallquote als heute bei Straßenbahnen. Vollautonom auf der Autobahn wird es ganz sicher geben, aber wohl nur als ein entweder oder. Eine Vermischung wäre tatsächlich schwierig.

Also das autonome Fahren wird kommen, da bin ich absolut sicher. Es wird noch eine Weile dauern und wie es konkret aussehen wird, steht noch nicht fest. Aber es kommt und wenn wir es gut machen, werden wir an vielen Stellen profitieren – z.B. von neuen Innenstadtkonzepten.

like2drive: Welche Rolle wird das Auto-Abo dabei spielen? Zunächst klingt es ja nach einem Traum: Man abonniert ein Fahrzeug, welches einen dann selbstständig durch die Gegend fährt. Fast wie ein privater Fahrdienst.

Gert Schaub: Wenn man so will, ist das Auto-Abo die Vorstufe dazu. Menschen abonnieren unsere Autos, weil sie sich mit dem ganzen Drumherum wie Kauf, Zulassung oder Wartung nicht beschäftigen wollen. Es ist nicht mehr zeitgemäß. Das Netflix-Modell ist ein Trend, zu dem wir in vielen Bereichen hingehen. Das Auto hat diesen Trend lange verschlafen und der Kundenbedarf wurde von den Herstellerfirmen lange unterschätzt. Unternehmen wie die Fleetpool Group haben es dann einfach gemacht. Und dass es funktioniert, sieht man jetzt. Das Auto-Abo hat sich neben Kauf, Finanzierung und Leasing als vierte Säule etabliert und wird innerhalb dieser bald eine dominante Rolle einnehmen.

Gerade befinden wir uns in einer Überganszeit, ebnen aber den Weg für die kommenden Technologien. Es gibt einen großen Markt für autonome Nutzung. Und diesen Markt muss jemand organisieren. Man braucht einen Fuhrpark, Betreibende, Fahrzeuge, Apps zum Buchen und so weiter. Das basiert auf den gleichen Prinzipien, wie wir es als Full-Provider mit like2drive heute schon machen. 

like2drive: Das Auto-Abo ist auch ein praktisches Mittel, um neue Technologien zu vermitteln. Ein E-Auto kann man sich zwar für eine Testfahrt ausleihen, über seine Alltagstauglichkeit erfährt man dabei jedoch herzlich wenig. Das sieht bei dem Abo schon ganz anders aus. Ist das Abonnement für Mobilität – seien es Elektroautos, E-Scooter oder noch kommende Technologien – ein Treiber solcher Innovationen?

Gert Schaub: Das ist eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Unternehmen mit einem Venture-Kapital können probeweise in etwas investieren und schauen, ob es sich etabliert. Wir hatten nie externes Wagnis-Kapital und müssen da schon genauer planen. Gerade bei niedrigpreisigen Artikeln ist die Infrastruktur besonders schwierig.

Dass aber neue Dinge kommen werden, ist klar. Bei unserer b2b-Marke eazycars gehen wir aktuell stark in Richtung Mobilitätsbudget. Viele Unternehmen bieten ihren Beschäftigten keinen Dienstwagen mehr an, sondern stellen ein gewisses Budget zur Verfügung. Dieses kann dann bei bestimmten Partnerfirmen nach eigenem Ermessen eingesetzt werden.

Beispiel: Ein Mitarbeiter bekommt ein monatliches Mobilitätsbudget von 750 Euro und den Zugang zu unserer Mobilitätsplattform eazycars. Dort kann er dann für dieses Geld ein Auto-Abo oder ein E-Bike bestellen. Oder er gibt das Geld für die Bahn aus. Das entscheidet der Mitarbeiter für sich selbst.

like2drive: Wie sieht aus deiner Sicht die Mobilität der Zukunft aus und welchen Platz nimmt like2drive darin ein?

Gert Schaub: Ich gehe davon aus, dass unser Verständnis von Mobilität rationalisiert wird. Was viele klassisch mit dem Auto verbinden, also Begriffe wie beispielsweise Motoren, Fahrdynamik, Geschwindigkeit, Autobahn usw. wird künftig durch Begriffe wie Konnektivität, Medien, Zeiteffizienz, mobile Workspace usw. abgelöst werden. Eine generelle, also nicht nur lokal schadstofffreie Mobilität ist dabei gegeben. Also 100 Prozent regenerative Energie und kein Strom, der aus einem Atom -oder Kohlekraftwerk kommt.

Weiterhin hoffe ich auf eine schöne Mischung aus Fahrspaß und Funktionalität. Ich bin ein Auto-Kind, meine Eltern hatten ein kleines Autohaus. Davon ist meine Leidenschaft für das Auto geprägt. Es wäre schön, wenn wir Ökologie und Fahrspaß und teilautonomes Fahren verbinden könnten. Ich bin mir aber auch recht sicher, dass für meine Kinder in 15-20 Jahren das eigene Fahren völlig irrational sein wird. Ich bin gespannt und freue mich zu sehen, wo es hingeht. like2drive und die 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fleetpool Group werden am Puls der Zeit sein und, wie ihr es von uns kennt, zeitgemäße und einfache Produkte mit sehr hoher Kundenfokussierung anbieten.

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